Danzig/Gdansk 7./8. September

Mit einer klapprigen Strassenbahn fahren wir vom Campingplatz in die Innenstadt, die mittelalterliche Rechtsstadt, von Danzig  – ein Meisterwerk polnischer Restaurationskunst. Als die einst so stolze Stadt im März 1945 zu 90% in Schutt und Asche lag, wurden historische Gemälde, alte Stiche und vergilbte Fotos für den Wiederaufbau herangezogen. Natürlich war nicht alles dokumentiert, sodass man bei der Rekonstruktion auch auf die Erinnerung von Zeitzeugen angewiesen war und einiges letztlich der Fantasie der kunstfertigen Baumeister überlassen blieb. So entstand auf diese Weise eine Art Idealbild des historischen Danzig.


Die Langgasse mit dem Langen Markt ist eine 500m lange Prachtmeile, in der dicht gedrängt prächtige Patrizierhäuser stehen. Dieser Weg vom Hohen Tor bis zum Grünen Tor wird auch der Königsweg genannt

                                   

Wir schlendern durch die Gassen, bewundern die Auslagen in den Bernsteingeschäften und erinnern uns an die „Blechtrommel“ von Günter Grass. Vielleicht sollte man es nochmal lesen…Aber das war schon damals keine leichte Kost…Die Marienkirche, deren Turmfenster Oskars Stimme zum Platzen brachte, ist auch so einen Besuch wert, besonders die tolle astronomische Uhr von 1470. Das technische Meisterwerk ist 12m hoch und zeigt neben der Uhrzeit Tag, Monat und Jahr, die Mondphasen, die Kalenderheiligen mit Namenstagen sowie die Tierkreiszeichen an. Hoffentlich hab ich nichts vergessen…

                                

Bei Nieselregen fahren wir mit einem Ausflugsboot zur Westerplatte. Wir steigen nicht aus, bei Nieselregen macht ein Spaziergang keine Lust und das Monument, das an den Beginn des 2. Weltkriegs erinnert, sehen wir auch so. Hier eröffnete am 1. September 1939 das deutsche Kriegsschiff „Schleswig-Holstein“ das Feuer auf den 182 Mann starken polnischen Armeeposten. Heute ziemlich unbegreiflich…

Nach der Rückkehr haben wir erst mal Hunger. Rainer findet doch tatsächlich das Restaurant, in dem wir vor 20 Jahren auch gegessen haben. „Pod Lososiem“ (der Lachs) ist die erste Adresse in Kulinarischen Fragen in Danzig. Es sieht noch genauso aus wie damals – kein Wunder, bei einer 400 Jahre alten Tradition! Hier wurde das Danziger Goldwasser gebrannt, der Schnaps, in dem Blattgold schwimmt. Wahrscheinlich hat jeder Promi, der schon mal in Danzig war, in diesem Restaurant gegessen. Und wir jetzt auch – sogar schon zwei mal!- und das richtig gut!

                

Jochen macht sich auf den Weg nach Hause und wir fahren weiter Richtung Osten.

Beim Verlassen von Danzig (noch in der Stadt) treffen wir auf ein Wildschwein, es rennt auf den Schienen der Strassenbahn entlang!

Campingplatz Danzig: N 54°22.203′ E 18°43.780′

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