Eine Stadt voller Schildkröten

Am Morgen verlassen wir mit der Fähre das Baltikum. Es ist schon Wahnsinn, wie viele Autos und LKWs auf so eine Fähre gehen. In zwei Stunden sind wir in Finnland und in Helsinki, der „Tochter der Ostsee“.

Der Campingplatz liegt etwas außerhalb, aber der Radweg ist super ausgeschildert. Helsinki liegt auf vielen Inseln. Die Fahrt ist zwar 14km lang aber sehr abwechslungsreich über viele Brücken, durch Baustellen und an kleinen und großen Häfen vorbei.

Immer wieder fallen mir Schildkröten aus Beton auf. Leider habe ich nur eine davon fotografiert und das noch nicht mal gut. Ich hab nachgelesen: Sie sind überall dort zu finden, wo der Verkehr beruhigt werden soll oder keine Autos fahren sollen. Da man nicht einfach Betonklötze nehmen wollte, kam jemand auf die Idee mit den Schildkröten als Symbol der Langsamkeit. Manche sind auch bunt angemalt. Eine nette Idee!

Allerdings geht es in der Stadt keinesfalls langsam zu. Es herrscht viel Verkehr mit Autos, Fußgängern und Radfahrern. Eine Reiseführer erklärt seinen Gästen, wenn man zögert, kommt man hier nie über die Straße, man muß forsch gehen, dann halten die Autos auch. Aber das muß man erst lernen als Fußgänger und als Radfahrer.

Die goldverzierten Türme gehören zu der russisch-orthodoxen Uspensi-Kathedrale, die größte ihrer Art, zumindest in den nordischen Ländern. Man kann hinein, oh Wunder, man darf fotografieren (ohne Blitz)! Die Asiaten mit ihren Selfiesticks wären auch sicher sehr enttäuscht, wenn das nicht ginge.

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Schon sind wir am Marktplatz. Hier gibt’s Obst und Gemüse (Spanien läßt grüßen) und natürlich Souvenirs.

Die hübsche Bronzedame Havis Amanda ist zum Wahrzeichen Helsinkis geworden.

Die alte Markthalle von 1889 sieht außen und innen hübsch aus, und leckere Sachen gibt es – zu kaufen und auch zum Essen. Wir hätten hier gerne gegessen, aber man muß einfach zu lange warten.

Mit dem Rad macht es nichts aus kreuz und quer zu fahren. Wir umrunden die Halbinsel – immer am Wasser entlang und landen wieder am Markt.

Die große Kirche, die uns jetzt ins Auge fällt, ist der Dom von Helsinki. Strahlend weiß ragt sie in den blauen Himmel. Eine breite Freitreppe führt hinauf zum Eingang, aber wir kommen von hinten und sparen uns das Treppenlaufen. Der hohe Kirchenraum wirkt recht schlicht. Es gibt zwar Skulpturen von Luther und Melanchthon, aber leider haben wir das erst später gelesen. Dafür bekommen wir  das schöne kostenlose Konzert eines Kinderchores zu hören. Vor der Kirche steht eine Statue von Zar Alexander ll.

Der Hauptbahnhof sieht sehr sowjetisch aus. Der finnische Architekt wollte mit diesem Gebäude  einen ersten Schritt zum „Stil neuer Sachlichkeit“ tun. Am Eingang stehen vier riesige Gestalten, die weisse Kugeln ( Lampen) in den Händen halten.

Vor über zwanzig Jahren war ich schon mal einen Tag in Helsinki. Von diesem Besuch habe ich eine Felsenkirche in Erinnerung. Wir gehen auf die Suche und werden auch fündig. Zu Fuß muß das damals sehr weit gewesen sein. Von weitem ist eigentlich nur ein Haufen Steine zu erkennen. Der Eingang sieht eher so aus, als ob er in ein Bergwerk führen würde. In diesen Granitfelsen wurde die Temppeliaukio-Kirche einfach hineingebaut. Die fünf bis acht Meter hohen Kirchenwände bestehen aus unbehauenem Fels. Es ist eine überraschend helle, freundliche Kirche. Durch das Kupferdach mit 180 schmalen Fenstern kommt jedoch Tageslicht herein.

Jetzt beeilen wir uns aber mit dem Heimweg, denn der Himmel hat sich zugezogen und der Wetterbericht hat Regen gemeldet. An dem alten Gaskessel sind wir heute morgen schon vorbeigekommen. Jetzt wird das Skateboardgelände eifrig benutzt.

Zum Glück schaffen wir es vor dem Regen „nach Hause“.

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Ein Gedanke zu “Eine Stadt voller Schildkröten

  1. Tolle Bilder und Impressionen! Kiitos 😀
    Eigentlich solltest du die Chance ergreifen, um ein paar kollaasi zu machen und vielleicht ein paar värikoolaasit-Leute zu treffen …

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