Clochards in Stockholm

Am Morgen regnet es in Strömen. Heute werden wir Stockholm erreichen. Telefonisch haben wir einen Platz gebucht. Er liegt unter der Brücke in Langholmen und ist eine Gelddruckmaschine. Mit wenig Aufwand werden hier Autos und Wohnmobile unter die Brücke gepfercht. Bei dem Regen ist alles verdreckt einschließlich der Duschen, für stolze 330 Kronen am Tag, das sind etwa 35 €. Für Toiletten und Duschen braucht man einen Schlüssel, denn der Platz ist in keiner Weise gesichert. Der einzige Vorteil dieses Platzes ist die zentrale Lage.

Ziemlich komisch nach mehr als 20 Jahren wieder in der Stadt zu sein, in der man mal gewohnt hat. Übers Wasser können wir sogar unser Haus sehen.

Man kennt sich aus, aber alles ist ganz anders. Die Altstadt ist voller Touristen – Kreuzfahrtschiffe im Hafen – siehe Tallinn.

Wir durchqueren die Altstadt und fahren zum Östermalmstorget. Die schöne alte Markthalle wird saniert oder umgebaut. Wer weiß, ob sie dann noch die Atmosphäre hat.

Unser kleines Restaurant am Vasapark hat Montags geschlossen. Bei unserem ICA um die Ecke kaufen wir noch ein, ein kurzer Blick auf unsere Haustür, dann wird der Himmel bedenklich schwarz. Wir schaffen es grade noch vor dem heftigen Gewitter zurück am Stellplatz unter der Brücke zu sein. Zum Fotografieren bin ich in dem vielen Verkehr kaum gekommen. Unser Restaurantbesuch am Abend fällt buchstäblich ins Wasser.

Am nächsten Tag zeigt sich die schöne Stadt Stockholm von seiner unangenehmsten Seite. Es regnet, es ist kalt und überall sind Baustellen. Unsere Fahrt durch die Stadt wird uns dadurch ziemlich verleidet.

Im Gegensatz zum Baltikum und Finnland ist Schweden – und nicht nur im Norden – in puncto Internet ein Entwicklungsland. Hier auf dem Platz, und das fast in der Innenstadt, gibt es kein Internet! Zur Mittagszeit läßt der Regen nach und wir suchen uns eine Kneipe mit Internet in Södermalm. Am Abend ist der Spuk vorbei, wunderbar, strahlend blauer nordischer Himmel. Das gibt uns die Gelegenheit, auf den „Affenfelsen“ in Södermalm zugehen, und nochmal einen wunderschönen Blick auf die Stadt zu bekommen, bevor wir morgen weiter fahren.

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