Der kleine Königsweg – Caminito del Rey

Der Anlass für den Bau war das Projekt für die Nutzung der Wasserkraft und des Winterregens. Dazu gehörte ein Kanal, in den ein Teil des Wassers durch eine Schlucht, die Garganta del Chorro   abgeleitet wird und der zwei Talsperren miteinander verbindet. Der Caminito wurde gebaut, um in dem äußerst unwegsamen Gelände entlang der Desfiladeros de los Gaitanes (Hohlweg der Bartgeier) genannten Kluft das Baumaterial transportieren und die Anlage unterhalten zu können. Im Jahre 1901 begannen die Arbeiten. Das Gesamtprojekt mit Beton und Eisenarmierungen wurde 1921 eingeweiht. Die Bewohner der Nachbardörfer nutzten fortan den Weg tagtäglich: die Kinder als Schulweg, die Männer zur Arbeitsstätte, die Frauen bei Einkäufen. Der Weg führt in etwa 100 Meter Höhe entlang steiler Wände durch zwei bis zu 200 Meter tiefe schmale Schluchten.

Durch Witterungseinflüsse und wegen des weichen Sandsteins verfiel der Weg, an manchen Stellen fehlten die Betonplatten und nur noch rostige Stahlträger blieben übrig. Er wurde gesperrt und in dieser Zeit in der Presse als der gefährlichste Weg der Welt bezeichnet.

2014 begannen die Arbeiten für einen neuen gesicherten Wanderweg oberhalb des alten Steges. Im März 2015 wurde er eröffnet und erfreut sich seitdem grosser Beliebtheit.

Morgens um 8 Uhr ist es noch dunkel in Spanien. Zum Glück habe ich eine Taschenlampe dabei als ich durch den stockdunklen Tunnel zum Nordeingang des Caminito del Rey marschiere. An der Kasse bin ich dann ungefähr an dreissigster Stelle und es werden ständig mehr. Um 9.30 wird die erste Gruppe (mit Voranmeldung) und 25 Personen von unserer Schlange eingelassen. Beim nächsten Schub bin ich mit dabei. Alle bekommen einen Schutzhelm und ein „Häubchen“ (vermutlich aus Hygienegründen). Da immer nur 50 Leute gleichzeitig sich auf den Weg machen dürfen, verteilt sich das Ganze sehr schnell und es war nie ein Gedränge. Der Weg ist 5km lang und dauert ca. 2 Stunden. Schwindelfrei bin ich, ich kann also die atemberaubenden Ausblicke nach oben und unten geniessen – auch wenn die Geier hoch über der Schlucht kreisen.

Parallel zu den Schluchten befindet sich eine Eisenbahnlinie, die durch Tunnel durch das Massiv verläuft.

 

 

 

 

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