Bedrich Smetana und Oskar Schindler

Am Morgen werden wir ziemlich unsanft von lautem Motorradgeknatter geweckt. Die Motorradfans der Gegend treffen sich heute hier zu einem Event und fangen schon an, Buden und Verkaufsstände um uns herum aufzubauen. Wir machen uns ziemlich überstürzt auf den Weg in den neuen Tag und sind deshalb schon früh im Städtchen Leitomischl (Litomysl). Hier wimmelt es von Menschen, es ist Markttag. Sogar eine Musikkapelle gibt es. Mit sehr viel Glück ergattern wir einen Parkplatz und auf geht’s ins Gewimmel.

Ich habe selten soviel Kitsch auf einmal gesehen. Wer kauft schon Zuckerwatte im Eimer?

Der Marktplatz ist umgeben von schönen Bürgerhäusern mit Laubengängen.

Die Hauptattraktion der Stadt ist „Sgraffito“. Kein Schreibfehler, sondern eine alte Technik, bei der zwei verschiedenfarbige Putze übereinander aufgetragen werden und die Motive hineingekratzt werden. An der Seite des Roten Hauses kann man lustige und ernste Bilder in dieser Technik bewundern, das jüngste (das ich gefunden habe) ist von 1998.

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Über dem Städtchen thront das Schloss, das auch über und über mit Sgraffiti bedeckt ist. Sogar die Schornsteine zieren Sgraffiti Motive.

 

Das Schlosstheater mit den original Bühnendekorationen blieb erhalten.

Die Tische in den Zimmern sind mit Meissner Porzellan und böhmischem Glas gedeckt.

Das Jagdzimmer erreichten die Herren über die flachen Stufen der Treppe hoch zu Ross.

In der Schlossbrauerei gegenüber erblickte der Komponist Friedrich Smetana als Kind des Schlossbraumeisters das Licht der Welt.

Zwittau (Svitavy) nur ein paar Kilometer entfernt ist die Heimatstadt eines anderen berühmten Sohnes dieser Gegend: Oskar Schindler, der in seiner Fabrik in Krakau vorwiegend Juden aus dem Ghetto beschäftigte. Mit seiner berühmten Liste rettete er 1200 Juden das Leben.

Offenbar sind alle Einwohner von Zwittau gerade auf dem Markt im Nachbarort, denn hier ist es wie ausgestorben.

So gehört ein Bier gezapft!

 

 

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Ein Gedanke zu “Bedrich Smetana und Oskar Schindler

  1. das Bier schaut einigermaßen ordentlich aus, ein wenig klein aber das wird schon noch; und dann hat der Gespannführer irgendetwas um den Hals hängen; sind vielleicht die Schlüssel, die man sonst vergisst? 😂
    und das Hemd ist auch nicht ordentlich zugeknöpft; so geht‘s dann weiter, bis alles raushängt 😂😂
    trotzdem weiterhin erfolgreiche Reise.
    Ich habe mit vor zwei Wochen einen Oberschenkel-Muskelfaserriss erworben, genauer gesagt am Bizeps femoris; das tut bestialisch weh und verhindert das Gehen, wie schon mal mein Iliosakral-Gelenk vor fünf Monaten; also, alles wieder auf Anfang; ist nur gut, dass wir sonst nichts zu tun haben 😇
    Gruß Heribert

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